Die Geschichte der Traurigkeit, Teil 2

Veröffentlicht auf von Knöpfchen.

Memoiren des von mir geführten Lebens. Geführt? Gelebt? Durchlebe, durchfahre und ertrage es wohl eher.
Das ist alles. Ein paar Worte, nicht mehr als das:
Ich bin müde. Müde von meinem Dahintreiben, ich bin müde vom Leiden. Ich bin müde vom ständigen sinnlosen Verausgaben, was letztlich doch zu nichts führt. Zu nichts außer Leid, zu nichts außer Kummer. Ich habe eine unglaubliche Wut in mir, würde meine Zweifel gegenüber so vielen Dingen am liebsten einfach in die weite Welt schreien, ohne dass es mir gleich übel genommen wird. Doch das funktioniert so nicht. Ich würde am liebsten sagen können, dass ich durch all meine Fehler etwas lernte. Ich wünschte ich könnte sagen, ich sei  daran gewachsen. Aber das bin ich nicht. Es lässt mich nur weiter taumeln. Ich bin auf der Suche nach etwas, etwas das mich erfüllt. Auf der Suche nach etwas Großem, dass meiner kleinen Seele Halt gibt. Aber ich finde nichts. Ich sehe keine Rettung am Horizont. Schaue nur dabei zu, wie die Sonne jeden Abend das Meer küsst und der Tag zur Nacht wird. Ich fange so viele Dinge an, in der Hoffnung, ich würde etwas Bedeutungsvolles schaffen. Aber ich bringe nichts zu Ende, ich mache nichts fertig. Ich schaffe es nicht. Stattdessen rätsel ich, was die Liebe ist. Frage mich, wann meine Hoffnung mir entfloh. Denke darüber nach, wie weit das Glück von mir entfernt ist. Ich stehe mir selbst im Weg. Ich könnte jederzeit ausbrechen. Heraus aus dieser Welt. Aber wohin soll ich gehen? Und wie weit kann ich gehen?

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