Nordlicht.
Du hast in den richtigen Momenten falsche Entscheidungen getroffen. Du bist vor der Wahrheit geflüchtet, hattest Angst deinen Stolz zu verlieren. Und nun bin ich es, die sich in den hohen Wellen der Zweifel kaum über Wasser halten kann. Wenn der Kern meiner Seele bald ganz zerstört ist und die Innenwelt langsam zerbricht, dann bin ich nur noch eine leblose Hülle, gestrandet an den Felsen der verlorenen Hoffnung. Aber ich habe keine Angst. In den Ruinen meines einstigen Lebens liegend frage ich mich nur noch eins: Woher hätte ich wissen sollen woran ich mich festhalten soll, wenn ich nichts sehe, wenn ich nichts höre und wenn ich nichts mehr fühle außer Schmerz? Ich verlor meinen Kompass, ich finde den rechten Weg nicht mehr. Das Nordlicht ist erlischt und mit ihm das Licht meiner Seele. Während ihr alle mit der Hoffnung ringt, gab ich sie längst auf. Niemand sieht die Finsternis, die mich langsam verschlingt. In mir wächst die Dunkelheit, in mir gedeiht der Hass. Pechschwarze Seele. Aber ich habe keine Angst.
Herzen können nicht brechen, also was haben wir denn schon zu verlieren?