600 Meter.
Der Nebel zieht als grauer Schleier über das Land hinweg, verschlingt die Dinge in der Ferne, versperrt mir die Sicht zu dir. Eine Straße trennt uns, ein Weg, ein Gang, 600 Meter, knapp 600 Schritte, 6 Minuten, immer geradeaus, eine Richtung, tausend Gedanken, tausend Momente, tausend Worte, vielleicht andere Ziele, vielleicht andere Wünsche, vielleicht andere Interessen, zwei Vergangenheiten, zwei verschiedene Herzen, aber ein gemeinsames Gefühl, eine gemeinsame Gegenwart, vielleicht eine gemeinsame Zukunft.
Das alles steht zwischen uns, das alles liegt auf dem kurzen Weg, das alles trennt uns, aber es stört mich nicht, denn fühlen tun wir das gleiche. Vielleicht ist es einfach der Mut, der uns fehlt. Der Mut, den wir bräuchten, um Dinge zu vollenden. Ich ging immer einen Schritt vor und dann wieder drei zurück, aber nun werde ich nicht mehr umkehren, die Zukunft ist mein Ziel. Die Zukunft soll unser gemeinsames Ziel werden.
Verheilt sind alle Wunden auf dem einst geschundenen Herz. Aber dennoch will ich, dass der Mörder meiner Hoffnung, eine Umarmung des Leidens erhält. Ich will, dass der Dieb meiner Liebe sieht, dass ich sie mir zurück geholt habe. Ich will, dass der Schänder meiner Seele, demselben Schmerz standhalten muss. Ich will, dass der Räuber meines Lächelns weiß, dass ich es wiedergefunden habe.
Und letztlich will ich, dass der Retter meines Herzens weiß, dass ich ihm auf ewig zu Dank verpflichtet bin.